Ethik in der Medizin

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Die Frage der Ethik in der Medizin stellt sich immer mehr, seit die Möglichkeiten der Medizin immer umfangreicher und mächtiger werden.

  1. Allgemein wendet man für Fragen der Ethik betreffend das Vier-Prinzipien-Modell an. Es besteht aus:
    Dem Respekt vor der Autonomie des Patienten, was bedeutet, dass jedem Patienten eine Entscheidungsfreiheit über die ihn betreffenden Therapien haben sollte und der Patient auch gefördert werden sollte, die nötigen Kenntnisse für seine Entscheidung zu haben. Hierzu ist der Arzt aufgefordert, den Patienten umfassend aufzuklären bezüglich der möglichen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen, wobei die Wünsche, Ziele und Wertvorstellungen des Patienten berücksichtigt werden sollten.

    Mir stellt sich an dieser Stelle aber die Frage, wie ein Arzt, der nur das Denkgebäude der Schulmedizin verfolgt, den Patienten wirklich umfassend informieren kann. Wie ich bereits vorher ausgeführt habe, betrachtet die Schulmedizin den Patienten wie eine biochemische Maschine und kennt damit nur den Weg über Mechanik, sprich die Chirurgie, und die Chemie, sprich Medikamente. Ganz selten kommt noch die Psychologie ins Spiel, auf keinen Fall aber Möglichkeiten alternativer Behandlungen. Was natürlich nicht heißen soll, alle alternativen Therapien seien gut, aber es gibt einige die den Erfolg versprechen, diese werden dann aber meist nicht mit in die Überlegungen einbezogen.

  2. Das Prinzip des Nicht-Schadens, dies sollte eigentlich selbstverständlich sein. 
    Allerdings gibt es da auch Probleme und ich zitiere einmal aus Wikipedia: „ Dies scheint zunächst selbstverständlich, kommt aber bei eingreifenden Therapien (z. B. Chemotherapie) häufig in Konflikt mit dem Prinzip der Fürsorge.“ Dies gibt mir doch zu denken, denn wenn eine Therapie nicht dem Wohle des Patienten dient, dann sollte es doch eigentlich so sein, dass sie nicht gemacht wird. Im Falle einer Chemotherapie sollte doch wohl das Ziel sein, dass es dem Patienten durch die Therapie bessergeht, macht es das nicht? Das würde dann ja auch erklären, warum sich meines Wissens noch kein Arzt einer Chemotherapie unterzogen hat.

  3. Ein Thema, welches hier auch direkt rein spielt, ist die Organspende, darüber habe ich schon einen eigenen Beitrag erstellt.

  4. Das Prinzip der Fürsorge und Hilfeleistung
    Durch dieses Prinzip wird der Behandler zu aktivem Handeln verpflichtet, welches das Wohl des Patienten zum Ziel hat.
    Natürlich wird der Arzt diesem Prinzip nachkommen wollen, denn ohne Tätigkeit verdient er ja auch kein Geld. Konflikte entstehen dann, wenn es gegen den Willen des Patienten geschieht, und dem Patienten mit dem Faktor Angst eine Therapie empfohlen wird, in einer Art, die dieser kaum noch ablehnen kann. Und diese Methode ist leider sehr gängig, denn die Patienten lesen zunehmend Informationen, die dem Weltbild der Schulmedizin, wie es derzeit gelehrt wird, widerspricht. Also sagt man dem Patienten: „Also wenn sie diese Therapie ablehnen, dann geht es ihnen schlecht“ oder gar „…. dann werden sie sterben.“
    Dieses Thema, das „Helfen-müssen“ finden wir auch ganz besonders im Bereich des Rettungsdienstes. Sei es, dass der Rettungsdienst zu einem alten Menschen gerufen wird, der sein Leben gelebt hat und nun in Ruhe und Würde sterben möchte, und nun trotzdem reanimiert werden muss, sei es bei Untersuchungen, die einfach unnütz und überflüssig sind, aber gutes Geld einbringen.

    Nun wird jeder sagen, ja aber es gibt doch Patientenverfügungen, in denen ich bestimmen kann, was ich möchte und was nicht, für den Fall, dass ich mich nicht mehr äußern kann, oder es gibt die Pflicht, einen Patienten vor jedem Eingriff aufzuklären, damit er weiß, was geschieht und welche Alternativen es gibt. Im Falle der Patientenverfügung ist es recht einfach. Im häuslichen Umfeld besteht keine Möglichkeit für den Rettungsdienst, eine solche Patientenverfügung zu überprüfen, dazu fehlt einfach die Zeit. Es könnte ja sein, dass die Verfügung von einem Angehörigen erstellt wurde, der scharf auf Omas Häuschen ist. Und schon wird der Rettungsdienst aktiv werden. Und eine einmal angefangene Intensivmaßnahme, wie künstliche Beatmung, kann nicht so einfach abgebrochen werden.

  5. Das Prinzip von Gleichheit und Gerechtigkeit
    Auch hier ein Zitat aus Wikipedia: „Das Prinzip der Gerechtigkeit fordert eine faire Verteilung von Gesundheitsleistungen. Gleiche Fälle sollten gleichbehandelt werden, bei Ungleichbehandlung sollten moralisch relevante Kriterien konkretisiert werden.“
    Spätestens hier scheiden sich die Geister in Privat- und Kassenpatienten, da gerade zum Quartalsende die Budgets der Kassen für den Arzt erschöpft sind und dann manche Therapien oder Untersuchungen verzögert oder vermieden werden.

Es ist nur meine Ansicht, ich könnte aber auch recht haben