Was sind eigentlich Glaubenssätze?

Weltbild

„Dir geschehe nach Deinem Glauben“ ist so ein geflügelter und oft zitierter Satz, doch was meint der denn überhaupt?

Ursprünglich kommt er aus der Bibel und wird Jesus zugeschrieben, der dies in unterschiedlicher Form immer wieder gesagt hat. Und natürlich vermittelt uns die Kirche, dass damit der Glaube an Gott gemeint ist. Aber genau das ist nicht gemeint, dies hat selbst Jesus nicht so gemeint. Denn es ist gleich gültig, ob Du an irgendeinen Gott glaubst oder nicht, diese Aussage ist unabhängig davon. (gleich gültig ist hier bewusst getrennt geschrieben).

Doch woraus resultiert unser Glauben denn nun wirklich? Alles, was wir bis jetzt erfahren und erlernt und als wahr erkannt haben, ist unser Glauben. Und viele dieser Glaubenssätze haben wir von anderen übernommen und einige auch durch eigene Erfahrung gemacht. So konnten wir als Kinder unseren Eltern glauben, dass wir uns an einer heißen Herdplatte verbrennen, wir konnten es aber auch selbst ausprobieren und damit die schmerzhafte Erfahrung machen, dass dies wahr sein muss.

Wobei es hier gleich schon die erste Besonderheit zu erwähnen gilt, und dies sind die „Feuerläufer“. Hierbei handelt es sich um Menschen, die barfuß über einen Steg voller glühender Kohle oder Holzkohle laufen, ohne sich die Füße zu verbrennen. Dieses ursprünglich nur spirituell initiierte Ritual besteht darin, dass sich die Teilnehmer in eine Trance bringen, in der sie glauben, sich nicht zu verbrennen und sie verbrennen sich tatsächlich nicht.

Hierzu gleich mal ein kleines Zitat:

„Das kann ich nicht glauben!" sagte Alice.
„Nein?" sagte die Königin mitleidig. „Versuch es noch einmal: tief Luft holen, Augen zu..."
Alice lachte. „Ich brauche es gar nicht zu versuchen", sagte sie. „Etwas Unmögliches kann man nicht glauben."
„Du wirst darin eben noch nicht die rechte Übung haben", sagte die Königin. „In deinem Alter habe ich täglich eine halbe Stunde darauf verwendet. Zuzeiten habe ich vor dem Frühstück bereits bis zu sechs unmögliche Dinge geglaubt."
Lewis Carroll, Alice hinter den Spiegeln

Wir können also festhalten, dass alles, was wir je erfahren haben und was in unseren Erfahrungsbereich gelangt ist, zu unseren Glaubenssätzen geworden ist. Und diese Glaubenssätze zusammen bilden unsere Überzeugungen, aus denen heraus wir unsere Einstellungen erzeugen.

Oder kurz gesagt, sie alle zusammen bestimmen unser Weltbild oder Paradigma, aus dem heraus wir die Welt wahrnehmen und Ereignisse und Dinge beurteilen.

Wir können also unsere Glaubenssätze unterteilen in solche, die uns befähigen und solche, die uns begrenzen. Alles, was uns befähigt, sind die Glaubenssätze über unsere Möglichkeiten und Stärken. Und alles, was wir für unmöglich halten, sind die Einschränkungen oder Grenzen.

Erwähnenswert ist hier noch, dass Dinge und Ereignisse, die wir für unmöglich halten, nicht in unser Bewusstsein dringen können.

Glücklicherweise sind unsere Glaubenssätze und Überzeugungen aber nicht statisch, wie in Stein gemeißelt, wir können uns entwickeln und unsere Begrenzungen immer weiter verschieben.

Weiterlesen im Bonusbereich