Ho´oponopono

 

Aus der Sicht der westlichen Kulturgesellschaft waren die Menschen in Hawaii eigentlich eher arm, sie hatten kaum materielle Güter. Aber diese Menschen waren glücklich und sind liebevoll miteinander umgegangen. So gibt es beispielsweise für den Hawaiianer nur ein moralisches Gesetz und das lautet: „Immer helfen, niemals verletzen“. Damit ist eigentlich alles gesagt. Jeder, der diesen moralischen Grundsatz beherzigt, kann eigentlich in dieser Hinsicht keine Fehler machen.


Es war für die Menschen in Hawaii unerträglich, wenn sie einem andern ein Schaden zugefügt hatten oder ihn auch nur beleidigt hatten. Hier wurde vielfach mit einer spezielle Vergebungstechnik, dem Ho´oponopono, gearbeitet.

Dieser Name bedeutet eigentlich, etwas zu tun um auszugleichen und Dinge zur Perfektion zu bringen. Diese Technik halte ich für dermaßen wirksam, dass ich sie an dieser Stelle weiter erläutern möchte.

Im Westen wurde diese Technik hauptsächlich bekannt durch einen hawaiianischen Arzt, Dr. Len. Dieser Arzt wurde in eine psychiatrische Klinik mit schwer kranken Patienten versetzt. Die Patienten dort waren durch ihre Krankheit häufig als sehr gefährlich eingestuft und lebten unter strengsten Sicherheitsvorschriften. Zudem war es auch so, dass das Personal innerhalb dieser Klinik aufgrund der Unzufriedenheit mit den Umständen und aufgrund der schwierigen Arbeit sehr häufig wechselte. Innerhalb weniger Monate hat Doktor Len es erreicht, dass viele der Patienten als geheilt entlassen werden konnten, und bei anderen die Sicherheitsvorschriften so weit gelockert werden konnten, dass diese wieder ein menschenwürdiges Leben führen konnte. Das interessante an dieser Geschichte ist, dass dieser Doktor Len keinen seiner Patienten persönlich gesprochen hatte. Er hat sich stattdessen die Krankengeschichten der Patienten durchgelesen und sich dabei immer gefragt: „Womit habe ich das erschaffen?“.

Der Grundgedanke, der sich dahinter verbirgt, ist es, Verantwortung zu übernehmen für alles, was einem im Leben begegnet. Auch die Krankheit eines anderen Menschen hat etwas mit mir zu tun, wenn ansonsten wäre ich diesem Menschen niemals begegnet. Alles in meinem Leben hat seinen Sinn und seine Notwendigkeit, dies anzuerkennen ist der erste Schritt. Der zweite Schritt besteht darin, mein Mitgefühl auszudrücken, der dritte ist Verzeihung und der vierte anschließend ist der Ausdruck meiner Liebe und das Loslassen.

Konkret sieht das zum Beispiel so aus:

1. Ich bin verantwortlich für das Problem, was sich mir jetzt zeigt

2. Es tut mir leid, dass dieses Problem vorhanden ist.

3. Ich verzeihe mir, dass ich dieses Problem erschaffen habe.

4. Ich liebe mich, auch wenn ich dieses Problem erschaffen habe.

Hört sich das ein wenig abstrakt an? Dann sollen wir noch ein paar Beispiele folgen.

Stellen wir uns eine Situation vor, in der wir mit unserem finanziellen Status hadern. Das heißt genau genommen, wir haben derzeit zu wenig Geld. Eine Anwendung dieser Methode auf dieses Problem könnte lauten:

1. Ich bin verantwortlich für meine schlechte finanzielle Situation.

2. Es tut mir leid, dass ich meine schlechte finanzielle Situation so erschaffen habe.

3. Ich verzeihe mir, dass ich meine schlechte finanzielle Situation so erschaffen habe.

4. Ich liebe mich, auch wenn ich dies so erschaffen habe und ich lasse das Problem los.

Es geht grundsätzlich darum, dass man die Verantwortung für seine eigene Schöpfung übernimmt, sein Bedauern über negative Entscheidung zum Ausdruck bringt, sich diese Schöpfung aber auch verzeiht und sich selbst die nötige Liebe entgegenbringt.

Nehmen wir noch ein anderes Beispiel, und zwar wenn wir einen kranken Menschen in unser Leben gezogen haben. Es kann sein, dass dieser Mensch neu in unser Leben getreten ist, es kann aber auch sein das ein Mensch, der in unser Leben bereits vorhanden ist plötzlich krank wird.

Das Ritual kann man wie folgt aussehen:

1. Ich bin verantwortlich für deine Krankheit.

2. Es tut mir leid, dass ich deine Krankheit in meinem Leben erschaffen habe.

3. Ich verzeihe mir, dass sich deine Krankheit erschaffen habe.

4. Ich liebe mich und ich lasse das Problem los.

Ich gebe zu, dass es auf den ersten Blick vielleicht nicht gleich glaubwürdig erscheint, dass eine solche Methode funktioniert, aber jeder, der den Mut hat sie auszuprobieren, wird entsprechende Erfolge erzielen können.