Über die Liebe

sandstrand

Liebe ist wirklich eine ziemlich geheimnisvolle Idee. Die Leute scheinen zu wissen, was sie meinen, wenn sie sagen, dass sie Liebe empfinden, aber nur wenige sind in der Lage,
klar auszudrücken, was sie fühlen. Ein Teil des Problems hängt mit der Unklarheit des Wortes zusammen. Es wurde zu oft verwendet und für vieles missbraucht, so dass
viele Menschen denken, dass sie Liebe empfinden, wenn sie in Wirklichkeit etwas anderes fühlen. Zum einen ist Liebe nicht dasselbe wie Verlangen.

Nach etwas Verlangen zu haben, bedeutet, dass du es besitzen willst, während Liebe niemals besitzergreifend ist. Liebe ist nicht das Produkt von Verlangen, und das
Verlangen ist kein Produkt der Liebe. Sie sind völlig getrennt, obwohl ein Objekt des Verlangens gleichzeitig auch ein Objekt der Liebe sein kann.

Es gibt drei Schlüsselbegriffe, die erklären, was Liebe ist: Verständnis, Akzeptanz und Schenken.

Verständnis kann zu Liebe führen, aber es ist nicht selbst Liebe. Deshalb ist es weniger wichtig als die beiden anderen. Aber oft bedarf es zuerst des Verständnisses, bevor es
Akzeptanz gibt. Das Unbekannte muss bekannt werden, bevor die Angst, die das Unbekannte verursacht, überwunden werden kann. Sehr häufig mangelt es an Liebe, weil
Angst vorhanden ist. Angst ist der Vater des Hasses, der Zurückweisung und Selbstsüchtigkeit ist, das Gegenteil von Liebe. Und man kann sagen, dass Ignoranz der Vater der Angst ist.
Wo Ignoranz durch Verständnis ersetzt wird, ist die Angst aufgelöst und Liebe kann hereinkommen.

Aber die Liebe wird nur eintreten, wenn sie eingeladen wird. Sie ist etwas Aktives und es gibt sie nicht, solange der Liebende nicht handelt. Ich habe Akzeptanz erwähnt, aber ich
spreche nicht über passive Akzeptanz, die nichts anderes ist als Gleichgültigkeit. Ich meine die Art von Akzeptanz, die die Tür öffnet und einlädt, hereinzukommen. Und wenn
der Gast drinnen ist, kommt ein anderer Aspekt von Liebe ins Spiel: das Schenken. Nicht das Schenken von Dingen, sondern sich selbst zu schenken, ohne Bedingungen.
Liebe ist am besten um der Liebe willen und nicht, um etwas zurückzubekommen, noch nicht einmal, um jemandem eine Freude zu machen. Denn diese Arten von Liebe sind falsch
und hohl. Sie werden wenig Befriedigung bringen, weil sie so abhängig sind von der Lust und Laune der anderen. Wenn du wirklich liebst, wird es dir nie an anderen fehlen, die dich lieben.
Sie werden von dir angezogen werden wie Bienen von einer leuchtenden Blume.

Es gibt ein großartiges Geheimnis darum, andere zu lieben und wieder geliebt zu werden. Du musst dich zuerst selbst lieben. Wenn nicht schon Wasser im Hahn ist, wird nichts
herausfließen, wenn du ihn aufdrehst. Wenn du nicht schon gelernt hast, dich selbst zu akzeptieren und dich selbst zu beschenken, wirst du große Schwierigkeiten damit haben,
das mit anderen zu tun. Sich selbst zu akzeptieren, heißt, alle deine guten und schlechten Eigenschaften anzuerkennen und dir bewusst zu werden, dass sie das Material sind,
mit dem du arbeiten kannst, dich dann zu entscheiden weiterzugehen und damit zu arbeiten. Die liebende Art des Schenkens ist nicht Verwöhnung, sondern Fürsorge, Achtsamkeit
und die Anstrengung das Gute noch strahlender zu machen und das Schlechte zu verbessern. Dich selbst zu lieben, bedeutet also, die Tatsache anzuerkennen, dass du der Liebe wert bist.

Viele Menschen glauben, dass sie nicht wert sind, geliebt zu werden, wegen der Dinge, die sie getan haben oder wegen der Art, wie sie behandelt wurden. Das ist absolut falsch!
Es wurde so wundervoll festgelegt: Du bist ein Kind des Universums, nicht weniger als die Bäume oder die Sterne.

Du hast das Recht, hier zu sein. Du bist es wert, geliebt zu werden, einfach aufgrund der Tatsache, dass du existierst. Nichts, was du getan hast, nichts, was du gedacht hast,
nichts, was dir irgendjemand erzählt hat, kann etwas an dieser Tatsache ändern. So wie es auch die alten Hawaiianer so wunderbar ausgedrückt haben:

He punawai kahe wale ke aloha.

Liebe ist eine Quelle, die frei fließt.

Damit ist gemeint, dass die Liebe grenzenlos und für jeden zugänglich ist.

(Serge Kahili King)

Eine lebendige Philosophie

Es ist wichtig, eine Lebensphilosophie zu haben, und es ist mindestens ebenso wichtig, einen Leitfaden dafür zu haben, wie man diese Lebensphilosophie in die Praxis umsetzt. Anbei also eine Formel, die ich jeden Morgen benutze, um mich an meine Philosophie zu erinnern, meinen Kopf zu lüften und meine Bestimmung zu klären, meine Gefühle und Emotionen zu stabilisieren und zu harmonisieren, meinen Körper zu entspannen und ihn für den Tag aufzuladen. Ich mache das so, als wäre ich mein eigener Lehrer. Manchmal mache ich es nur ganz kurz, wenn ich einen vollen Terminkalender habe, aber wann immer ich Zeit finde, arbeite ich damit eine Weile.

Sei dir bewusst, dass die Welt deinen Gedanken entspricht. Entscheide dich also, was du heute glauben willst. Erstaunlich viele Menschen beschränken sich selbst unnötig, weil sie davon überzeugt sind, dass sie es nicht verdienen, glücklich oder erfolgreich zu sein, und zwar aufgrund von Dingen, die sie in der Vergangenheit getan oder nicht getan haben. (Es gibt keine Grenzen). Wenn das dein Problem ist, dann musst du dir selbst vergeben und weitergehen oder du wirst dich für immer in Ketten legen mit einem Schloss,
zu dem nur du den Schlüssel hast.
Dabei ist es völlig egal, wer sonst vielleicht sagt, dass du nicht das Recht dazu hast oder aber doch das Recht hast. Du wirst es nie haben, solange du es dir nicht selbst gibst.

Halte den Fokus, denn Energie folgt der Aufmerksamkeit. Stärke also deinen Wunsch, dein Leben so zu leben, wie du es gewählt hast. Das wirst du bestimmt in vielfältiger Weise wieder lesen, aber das Geheimnis, dein Verlangen zu stärken, dein Leben so zu leben, wie du es gewählt hast, besteht darin, dass du dich auf den Nutzen konzentrierst, der dir dadurch zuteilwird, und dass dieser Nutzen tatsächlich wichtig für dich ist. Wenn der Nutzen wichtig genug wird, dann liegt der Fokus automatisch darauf.

Lebe hier und jetzt, denn jetzt ist der Augenblick der Macht. Deshalb fange gleich damit an zu sein, etwas zu tun oder zu haben, was du willst. Du kannst nichts gestern tun, und auch nicht morgen. Du kannst nur in diesem Augenblick etwas tun. “Hier und jetzt” ist für viele Menschen wie ein Ort in einem fernen Land, denn sie verbringen die meiste Zeit damit, sich in der Vergangenheit oder Zukunft aufzuhalten. Wenn man nicht daran gewöhnt ist, dann ist es nicht leicht, sich in der Gegenwart zu zentrieren. Das kann man üben, indem man bewusst atmet, bewusst Farben und Formen betrachtet, bewusst die Geräusche wahrnimmt, die einen umgeben, und bewusst das berührt, was in Reichweite ist. Und dann bewusst handelt, egal wie geringfügig es sein mag, in Richtung deiner Wahl. Die Vergangenheit und die Zukunft mögen interessante Orte sein, um sie zu besuchen. Aber du willst nicht wirklich dort leben, selbst wenn es möglich wäre, denn dein Zuhause ist das Hier und Jetzt.

Sei glücklich, denn Liebe ist die Quelle der Macht. Deshalb geniess das Gute, das da ist, und erkenne es an. Wenn du nicht glücklich bist, dann werde glücklich. Wie das geht, wenn so viele schreckliche Dinge geschehen? Nun, so tun also ob, bis es schließlich eintritt, wäre eine Möglichkeit. Ich gebe dir aber eine einfachere Methode, die funktioniert. Es handelt sich um eine uralte Methode, genannt “Zähle deine Segnungen.” Sie funktioniert so, dass du bewusst alles auflistest, was gut in deinem Leben ist und indem du dieses entsprechend anerkennst. Dazu gehören sämtliche guten Erfahrungen, die du jemals gemacht hast, egal wie nichtig sie zu sein scheinen. Alle Fertigkeiten, die du jemals gelernt hast, und vergiss dabei nicht das Gehen, Sprechen, Anziehen; all die Schönheit, von der du in dieser Welt umgeben bist; all das Gute, was du über andere Menschen hörst und siehst; all das Gute, das du in der Zukunft erleben möchtest. Ich will damit nicht sagen, dass du so tun sollst, als ob schlechte Dinge nicht existieren, denn es handelt sich hierbei ja um eine praktische Lehre. Je mehr dein Bewusstsein jedoch mit dem Guten erfüllt ist, umso leichter kannst du mit dem Schlechten umgehen.

Hab Vertrauen, denn alle Macht kommt von innen. Deshalb hab immer Vertrauen in dich selbst. Man kann sich nicht darauf verlassen, dass andere immer das tun, was du willst, denn sie haben ihre eigenen Prioritäten und Pläne, die vielleicht mit deinen übereinstimmen, vielleicht aber auch nicht. Du kannst dich nicht darauf verlassen, dass die Welt immer so ist, wie du sie gerne hättest, denn es sind dermaßen viele Einflüsse und Kräfte am Werk, die möglicherweise nicht in die Richtung gehen, wie du es gerne hättest. Du kannst dich jedoch darauf verlassen, dass du immer die Macht hast, das zu verändern, was du verändern möchtest, dich anzupassen, wenn Veränderung nicht möglich ist, und deine Fertigkeiten zu mehren, indem du lernst und übst. Einer der besten Poster, die ich gesehen habe, war der eines Seglers auf seinem Boot im Meer mit der Bildunterschrift: “Du kannst den Wind nicht kontrollieren, aber das Segel kannst du anpassen.”

Sei positiv, denn Wirksamkeit ist das Maß der Wahrheit. Deshalb erwarte immer nur das Beste. Einige Menschen glauben daran, dass es besser ist, sich auf das Schlimmste vorzubereiten, damit sie keine unangenehmen Überraschungen erleben. Hierbei gibt es zwei Probleme: Erstens, diese Menschen erleben trotzdem schlimme Überraschungen, und zweitens erleben sie nur selten gute Überraschungen. Andere Menschen wiederum vermeiden Optimismus, weil sie Angst haben, enttäuscht zu werden. Schauen wir uns das etwas genauer an. Enttäuschung bedeutet, mit dem Ergebnis unzufrieden zu sein. Deshalb planen diese Menschen erst gar keinen Erfolg, weil ihr Plan vielleicht nicht funktioniert und es ihnen dann vielleicht schlecht geht. Und ihre Angst davor, sich schlecht zu fühlen ist so groß, dass sie sich lieber nicht gut fühlen wollen. In dieser Logik fehlt mir jedoch etwas. Ja, die Dinge mögen sich nicht so ereignen, wie du das gerne hättest und deshalb entscheidest du dich vielleicht dafür, dich schlecht zu fühlen. Und dann? Wenn du weiterhin effektiv sein willst, dann versuchst du etwas Anderes und fängst noch mal an.

”Nicht die Menschen versagen, sondern ihre Pläne. Die Menschen geben einfach auf oder sie schmieden neue Pläne.”

(Serge Kahili King)

Ho´oponopono

 

Aus der Sicht der westlichen Kulturgesellschaft waren die Menschen in Hawaii eigentlich eher arm, sie hatten kaum materielle Güter. Aber diese Menschen waren glücklich und sind liebevoll miteinander umgegangen. So gibt es beispielsweise für den Hawaiianer nur ein moralisches Gesetz und das lautet: „Immer helfen, niemals verletzen“. Damit ist eigentlich alles gesagt. Jeder, der diesen moralischen Grundsatz beherzigt, kann eigentlich in dieser Hinsicht keine Fehler machen.


Es war für die Menschen in Hawaii unerträglich, wenn sie einem andern ein Schaden zugefügt hatten oder ihn auch nur beleidigt hatten. Hier wurde vielfach mit einer spezielle Vergebungstechnik, dem Ho´oponopono, gearbeitet.

Dieser Name bedeutet eigentlich, etwas zu tun um auszugleichen und Dinge zur Perfektion zu bringen. Diese Technik halte ich für dermaßen wirksam, dass ich sie an dieser Stelle weiter erläutern möchte.

Im Westen wurde diese Technik hauptsächlich bekannt durch einen hawaiianischen Arzt, Dr. Len. Dieser Arzt wurde in eine psychiatrische Klinik mit schwer kranken Patienten versetzt. Die Patienten dort waren durch ihre Krankheit häufig als sehr gefährlich eingestuft und lebten unter strengsten Sicherheitsvorschriften. Zudem war es auch so, dass das Personal innerhalb dieser Klinik aufgrund der Unzufriedenheit mit den Umständen und aufgrund der schwierigen Arbeit sehr häufig wechselte. Innerhalb weniger Monate hat Doktor Len es erreicht, dass viele der Patienten als geheilt entlassen werden konnten, und bei anderen die Sicherheitsvorschriften so weit gelockert werden konnten, dass diese wieder ein menschenwürdiges Leben führen konnte. Das interessante an dieser Geschichte ist, dass dieser Doktor Len keinen seiner Patienten persönlich gesprochen hatte. Er hat sich stattdessen die Krankengeschichten der Patienten durchgelesen und sich dabei immer gefragt: „Womit habe ich das erschaffen?“.

Der Grundgedanke, der sich dahinter verbirgt, ist es, Verantwortung zu übernehmen für alles, was einem im Leben begegnet. Auch die Krankheit eines anderen Menschen hat etwas mit mir zu tun, wenn ansonsten wäre ich diesem Menschen niemals begegnet. Alles in meinem Leben hat seinen Sinn und seine Notwendigkeit, dies anzuerkennen ist der erste Schritt. Der zweite Schritt besteht darin, mein Mitgefühl auszudrücken, der dritte ist Verzeihung und der vierte anschließend ist der Ausdruck meiner Liebe und das Loslassen.

Konkret sieht das zum Beispiel so aus:

1. Ich bin verantwortlich für das Problem, was sich mir jetzt zeigt

2. Es tut mir leid, dass dieses Problem vorhanden ist.

3. Ich verzeihe mir, dass ich dieses Problem erschaffen habe.

4. Ich liebe mich, auch wenn ich dieses Problem erschaffen habe.

Hört sich das ein wenig abstrakt an? Dann sollen wir noch ein paar Beispiele folgen.

Stellen wir uns eine Situation vor, in der wir mit unserem finanziellen Status hadern. Das heißt genau genommen, wir haben derzeit zu wenig Geld. Eine Anwendung dieser Methode auf dieses Problem könnte lauten:

1. Ich bin verantwortlich für meine schlechte finanzielle Situation.

2. Es tut mir leid, dass ich meine schlechte finanzielle Situation so erschaffen habe.

3. Ich verzeihe mir, dass ich meine schlechte finanzielle Situation so erschaffen habe.

4. Ich liebe mich, auch wenn ich dies so erschaffen habe und ich lasse das Problem los.

Es geht grundsätzlich darum, dass man die Verantwortung für seine eigene Schöpfung übernimmt, sein Bedauern über negative Entscheidung zum Ausdruck bringt, sich diese Schöpfung aber auch verzeiht und sich selbst die nötige Liebe entgegenbringt.

Nehmen wir noch ein anderes Beispiel, und zwar wenn wir einen kranken Menschen in unser Leben gezogen haben. Es kann sein, dass dieser Mensch neu in unser Leben getreten ist, es kann aber auch sein das ein Mensch, der in unser Leben bereits vorhanden ist plötzlich krank wird.

Das Ritual kann man wie folgt aussehen:

1. Ich bin verantwortlich für deine Krankheit.

2. Es tut mir leid, dass ich deine Krankheit in meinem Leben erschaffen habe.

3. Ich verzeihe mir, dass sich deine Krankheit erschaffen habe.

4. Ich liebe mich und ich lasse das Problem los.

Ich gebe zu, dass es auf den ersten Blick vielleicht nicht gleich glaubwürdig erscheint, dass eine solche Methode funktioniert, aber jeder, der den Mut hat sie auszuprobieren, wird entsprechende Erfolge erzielen können. 

Die Kunst der Entspannung



„Es tut mir leid, ich habe jetzt keine Zeit für dich!“ „Wo ist denn bloß der blöde Ordner, den ich für das Meeting morgen brauche?“ „Ich bekomme nicht aus dem Kopf, was er mir
angetan hat!“ „Du meine Güte! Wo ist bloß die Zeit geblieben?“ Und so weiter, und so fort...

In der heutigen Zeit sterben viele Menschen oder erkranken körperlich, emotional oder mental, weil sie unter zu viel Druck und Stress stehen: durch die Arbeit; durch Probleme, die sie nicht lösen können oder nicht wissen, wie sie sie lösen sollen; aufgrund von negativen Emotionen über die Vergangenheit oder Furcht vor der Zukunft.
Stress ist ein natürlicher Bestandteil des Lebens, aber nur, wenn er durch Entspannung ausgeglichen wird. Denken Sie an eine Welle. Der Anstieg der Welle entspricht der Ausübung einer Tätigkeit, das Abfallen der Welle entspricht der Entspannung und Ruhe in Vorbereitung auf die nächste Aktivität. Die Welle selbst entsteht durch einen natürlichen Widerstand gegenüber Bewegung und Veränderung (Stress-Effekt) und ein natürliches Loslassen der Anspannung, damit Bewegung und Veränderung stattfinden können. Sehr verallgemeinert lässt sich dieser Prozess mit dem Wach-/Schlafzyklus des Menschen vergleichen.

Es sind jedoch nicht alle Wellen gleich. Aufgrund der schwindelerregenden Vielfalt der unterschiedlichen Umweltfaktoren wie Windrichtung, Windstärke, Temperaturunterschiede, Erdrotation und weiterer Bedingungen können Wellen ruhig, kabbelig, hoch oder flach sein, sie können krachend zusammenbrechen, Monsterwellen oder auch Tsunamis bilden. In ähnlicher Art und Weise unterliegt der Mensch einer unglaublichen Vielfalt an Einflüssen durch seine Umwelt, die eine ähnliche Vielzahl an menschlichen Mustern hervorbringen können wie die Wellen.

Zu den wichtigsten Einflüssen im menschlichen Leben zählen die Faktoren, die in der Gestalt unserer Gedanken aus unserer Innenwelt kommen. Wenn wir noch einmal die Metapher mit den Wellen heranziehen, so können Gedanken als die Entsprechung des Windes betrachtet werden, die Emotionen als die Wellen. Einfach ausgedrückt stimulieren unsere Gedanken die Wellen unserer Emotionen. Unsere Reaktionen auf unsere Emotionen sind der Faktor, der entweder größere und gefährlichere Wellen oder ruhiges Fahrwasser hervorbringt.

Wir sind uns alle mehr oder weniger der Tatsache bewusst, wie gefährlich übermäßiger Stress sein kann. Eigenartigerweise sind sich viele Menschen jedoch nicht bewusst, dass übermäßiger Stress in übermäßige Anspannung im Körper umgesetzt wird. Und noch weniger Menschen sind sich der Tatsache bewusst, dass die Ausrichtung der Gedanken und das zielgerichtete Führen der Aufmerksamkeit Faktoren sind, die diese Anspannung weiter steigern oder auch eine Linderung der Anspannung hervorrufen können.

Wenn der Geist auf Hochtouren läuft, wenn negative Gedanken ständig im Kopf kreisen, wenn die Probleme des Lebens erdrückend erscheinen und Sie am liebsten entweder
explodieren oder in eine Starre verfallen wollen, dann ist das ein guter Zeitpunkt, alle Willenskraft, alle Entschlusskraft, den Wunsch zur Heilung oder den Wunsch nach einem
besseren Leben zusammenzunehmen und auf alle hilfreichen Angebote zurückzugreifen, die Sie finden können, um in den GEGENWÄRTIGEN AUGENBLICK zu kommen.

Der Gegenwärtige Augenblick ist ein magischer Ort, den jeder von uns immer wieder kurz besucht, aber wenige bleiben lange genug dort, um die Vorzüge dieses Augenblicks wirklich zu nutzen. Manche Menschen versuchen, ständig dort zu sein, aber sie machen dann meist den gegenwärtigen Augenblick so klein, dass sie den Bezug zur restlichen Welt einschränken oder verlieren. Was ich empfehle, sind ausgedehnte Besuche an diesem Ort, von einer bewussten, konzentrierten Minute bis zu einer Stunde oder mehr, wenn Ihnen das möglich ist.


Erstens die Vorzüge: Wenn Sie sich vollkommen in den Gegenwärtigen Augenblick begeben, wenn Ihr Geist ganz auf das konzentriert ist, was Sie sehen, hören, fühlen oder tun, dann beginnt Ihr Körper automatisch, in einen Entspannungszustand überzugehen.

Wenn es Ihnen graduell gelingt, sich des Vergnügens und der Freude dessen bewusst zu sein, was Sie sehen, hören, fühlen oder tun, dann kann sich Ihr Körper noch tiefer entspannen. Wenn dieser Prozess einsetzt, ermöglicht das Loslassen der Anspannung Ihrem Körper, auf seine eigenen Ressourcen zurückzugreifen und mit der Heilung von körperlichen und emotionalen Verletzungen sowie der Auswirkungen von übermäßigem Stress zu beginnen. Natürlich geschieht das nicht immer sofort, aber je öfter Sie auch nur für kurze Zeit im Gegenwärtigen Augenblick verweilen, umso häufiger findet diese Heilung statt, auch ohne bewusste Anstrengung. Gleichzeitig setzt ein zusätzlicher, positiver Effekt ein: der Sturm der negativen, widerspruchsvollen oder verwirrenden Gedanken lässt allmählich nach.

Zweitens, zu den Herausforderungen: Mit der körperlichen Entspannung und der mentalen Ruhe werden Sie sich unter Umständen einiger Empfindungen und Gedanken bewusst,
die Sie lieber vergessen würden. Manchmal kann es zu Spannungsreaktionen an verschiedenen Stellen des Körpers kommen, derer Sie sich vorher nicht bewusst waren und die auch unangenehm sein können. Manchmal können Gedanken auftauchen, wie unmöglich es ist, Ihre Probleme zu lösen. Manchmal mag es Ihnen sogar so erscheinen als ob es das Beste wäre, einfach aufzugeben. Dies ist der kritische Punkt, an dem es vollkommen und nur bei Ihnen liegt, sich zu entscheiden, ob Sie Heilung, Erfolg, Leben wollen … oder nicht. Diese Entscheidung können nur Sie treffen – niemand anderes.

Drittens ist da die Magie: Während sich Ihr Körper entspannt und Ihr Geist ruhiger wird, verbessert sich Ihre bewusste Wahrnehmung von Inspirationen oder intuitiven Ideen, die
Ihnen eine neue Sichtweise eröffnen können und auch neue Lösungswege aufzeigen können. Gelegentlich umfassen solche Inspirationen oder Intuitionen umfassende Offenbarungen oder vollständige Pläne, häufiger aber werden sie uns in kleineren, manchmal unscheinbaren aber nützlichen Schritten in Richtung auf die positive Veränderung oder Kreativität über längere Zeiträume bewusst. Dann gibt es noch die andere Form der Magie, die auch häufig vorkommt: als positive Veränderung im Verhalten anderer Menschen in Ihrem Leben oder als Zusammentreffen mit neuen Bekannten, die Ihnen in irgendeiner Art und Weise weiterhelfen können.

Der vierte Punkt ist das „Wie“: Es erfordert Disziplin, in den Gegenwärtigen Augenblick einzutauchen und dort auch einige Zeit zu verweilen. Damit ist nicht eine erzwungene
Konzentration gemeint, die auch wieder Stress auslösen würde. Gemeint ist, einen ausreichend großen Wunsch oder ein ausreichendes Verlangen aufzubringen, Ihr Leben zum Besseren zu verändern, so dass Sie bereit sind, Aufmerksamkeit, Interesse oder Achtsamkeit für etwas aufzubringen, ohne mit den Gedanken in die Vergangenheit, die Zukunft oder zu negativen Dingen abzuschweifen, die sich eventuell in Ihrem Umfeld ereignen. Manche Menschen sind nicht dazu bereit, weil sie nicht willens sind, die Erfahrung des anfänglichen Unbehagens zu machen, die mit der Veränderung vertrauter Gewohnheiten einhergeht. Manche Menschen wollen auch nicht die Vorzüge aufgeben, die für sie mit einem fortgesetzten Leben im Stress und in der Negativität verbunden sind.

Nun ja. Was ich vorschlage, wird nur funktionieren, wenn Sie bereit sind, es zu tun, auch wenn es anfangs ein wenig schwierig sein mag.

Hier sind einige Techniken, die Sie dabei unterstützen, in den Gegenwärtigen Augenblick einzutreten und dort einige Zeit zu verbringen. Alle diese Techniken sind extrem einfach,
einige mögen Ihnen vertraut sein. Was diese Techniken so effektiv macht, ist bewusste Wahrnehmung und Absicht.

1. Egal, wo Sie sich befinden, betrachten Sie Gegenstände, die in Ihrer Nähe sind, nehmen Sie die Geräusche um sich herum wahr und berühren Sie einige Dinge, die in Ihrer Reichweite sind. Noch interessanter für Ihren bewussten Verstand und Ihren Körper wird diese Technik, wenn Sie sich Formen oder Farben genau betrachten, hohe und tiefe Töne hören und sich der Oberflächenbeschaffenheit und Temperatur der Dinge bewusst sind, die Sie berühren. Machen Sie diese Übung so lange, wie Sie sie spannend oder interessant finden.

2. Verwenden Sie eine Uhr mit Sekundenanzeige. Zählen Sie, wie oft Sie normalerweise in einer Minute atmen. Anschließend nehmen Sie sich etwas Zeit, um mit Ihrem Sehvermögen, Hörvermögen und Ihrem Tastsinn Dinge bewusst wahrzunehmen. Dann stoppen Sie erneut, wie oft Sie in einer Minute atmen. In der Regel werden Sie beim zweiten Mal eine deutlich geringere Atemfrequenz haben. Das ist ein Anzeichen dafür, dass sich Ihr Stressniveau gesenkt und Ihr Entspannungsniveau gesteigert hat. Ich habe das eben praktiziert, während ich diesen Artikel schrieb. Beim ersten Mal waren es bei mir 9 Atemzüge in der Minute, nach wenigen Sekunden der sensorischen Wahrnehmung waren es noch 4 Atemzüge. Damit können Sie einen kurzen Ausflug in den Gegenwärtigen Augenblick machen oder eine längere Sitzung im Gegenwärtigen Augenblick einleiten.

3. Meditieren Sie über (oder achten Sie bewusst auf) etwas Schönes in Ihrem Umfeld. Ideal ist es, diese Übung in der Natur zu machen. Ein Spaziergang in der Natur unterstützt das Halten des Fokus. Aber es ist überall und in allem möglich, Schönheit zu entdecken. Einmal habe ich einen glückseligen Zustand erreicht, indem ich über die schöne Beziehung zwischen zwei Pappbechern auf einem Tisch in einem Einkaufszentrum meditiert habe.

4. Spielen Sie ein nicht wettbewerbsorientiertes Spiel oder betreiben Sie einen Sport, das bzw. der ungeteilte Aufmerksamkeit und wenig Anstrengung erfordert.
Für mich funktioniert das gut beim Skifahren auf Pisten mit nur leichtem Gefälle und beim Kajak-Fahren in ruhigem Wasser. Aber im Prinzip eignet sich jedes Spiel und jeder Sport, wenn die Absicht auf der Freude am Spiel und nicht auf dem Gewinnen liegt.

5. Die Ausübung von handwerklichen Fähigkeiten, die ein hohes Maß an Konzentration erfordern, kann sehr gut funktionieren. Malen, Weben, Fotografieren, Tischlerarbeiten, absichtsvolle Kritzelei wie Zentangle und viele weitere Tätigkeiten, die eine Zusammenarbeit von Körper und Geist erfordern, sind hervorragende Hilfsmittel zum Lindern von Stress und zur Einleitung von Entspannung. Vorsicht ist jedoch geboten bei Tätigkeiten, die so monoton sind, dass der Geist „spazieren geht“ und das Bewusstsein den Gegenwärtigen Augenblick verlässt.

Zu 99% ist der GEGENWÄRTIGE AUGENBLICK ein Ort des Friedens und der Heilung.


Dies ist eine unglaublich effektive Ressource, die jedem zur Verfügung steht.

Sie können diese Ressource nutzen, um Ihr Leben zu verwandeln: Verzweiflung in Hoffnung, Hoffnung in Freude.
(Serge Kahili King)

Der Sinn des Lebens

In einem meiner Artikel berichte ich von einem Mann, der auf der ganzen Welt nach jemandem sucht, der ihm den Sinn des Lebens erklären kann. Nach großen Mühen trifft er schließlich auf einen spirituellen Meister auf einem Berg, der ihm sagt: "Das Leben ist nur eine Schale mit Kirschen." Das verärgert den Mann und der Meister antwortet: "In Ordnung, das Leben ist nicht nur eine Schale mit Kirschen."

Der Zweck dieser Geschichte war der, das erste Huna-Prinzip zu verdeutlichen: Die Welt entspricht deinen Gedanken. Logischerweise bedeutet das, dass das Leben den Sinn hat, den man ihm gibt. Jedoch ist das nicht sonderlich befriedigend und führt auch nicht zur Erleuchtung. Gibt es keinen besseren oder wenigstens klareren Weg, den Sinn des Lebens zu entdecken? Den gibt es natürlich; denn es gibt immer noch weitere Möglichkeiten, eine Sache anzugehen. Ich schlage an dieser Stelle zwei davon vor.

Die erste Möglichkeit wäre, nicht mehr davon auszugehen, dass sich der Sinn des Lebens mit Worten ausdrücken lässt. Der Sinn des Lebens kommt dadurch zum Ausdruck, dass das Leben gelebt wird und nicht in einer verbalen Erklärung über das gelebte Leben.

Es bedarf nur geringer Beobachtung, um festzustellen, dass das Leben ein Prozess der Änderung und des Wachstums, der Anpassung und Erneuerung, der Heilung und des Lernens sowie der Kreativität und Transformation ist. Wenn der Lebensprozess frei zum Ausdruck kommt, dann ist die subjektive Erfahrung die des physischen, emotionalen, mentalen und/oder spirituellen Vergnügens in unterschiedlicher Ausprägung. Derjenige, der dem Lebensprozess Widerstand leistet, und sei es nur partiell, wird physischen, emotionalen, mentalen und/oder spirituellen Schmerz unterschiedlicher Art erfahren.

Im Leben gibt es so etwas wie einen natürlichen Widerstand, der die Rolle eines, "Change Agent" oder Katalysators übernimmt, um den Prozess voranzutreiben. Es ist beispielsweise natürlich, einen anfänglichen Widerstand zu spüren, wenn sich im Leben etwas zu ändern beginnt, egal ob zum Guten oder Schlechten. Unabhängig davon, welcher Natur diese Veränderung sein mag, oder welchen Umfang diese Veränderung annimmt, worauf es am meisten ankommt in Bezug auf ihre Wirkung, ist, wie man auf diese Veränderung reagiert. 1967 haben zwei US Navy Forscher namens Holmes und Rahe eine Skala positiver und negativer Ereignisse veröffentlicht, die vom Tod eines Ehepartners, über Urlaub bis zum Alleinsein am Hl. Abend reicht. Sie versuchten, die Anzahl der Ereignisse, die einer Person innerhalb eines Jahres widerfuhren, mit dem Gesundheitszustand dieser Person im Folgejahr in Zusammenhang zu bringen. In einer Folgestudie stellte die Forscherin Suzanne Kobassa von der University of Chicago fest, dass einige Leute mit sehr hohem Stressniveau nicht krank wurden und andere hingegen mit niedrigem Stressniveau erkrankten. Sie bemerkte ferner, dass jene mit hohem Stressniveau, die nicht krank wurden, einige charakteristische Merkmale gemeinsam hatten: Einen Lebensplan mit genauen Prioritäten (3. Prinzip), ein hohes Selbstwertgefühl (5. Prinzip), ein inneres Kontrollgefühl (6. Prinzip) und eine Ausrichtung für ihr Handeln (7. Prinzip).

Zur weiteren Erklärung dieses Konzepts sei gesagt, dass Stress nur dann auftritt, wenn der ursprüngliche Widerstand gegenüber dem Ereignis akut (d.h. sehr stark) ist oder chronisch (d.h. über einen längeren Zeitraum anhaltend). Nach den vorangegangenen Ausführungen würde dies dann auftreten, wenn bei einer Person folgendes vorliegt:

  1. kein Lebensplan bzw. keine Prioritäten
  2. niedriges Selbstwertgefühl
  3. das Gefühl der Hilflosigkeit
  4. ständige Reaktion anstelle zielgerichteter aktiver Handlungen.

Veränderung ebenso wie der Widerstand dagegen gehören zum Lebensprozess dazu. Dadurch wird eine Welle erzeugt. Veränderung ist nur dann ein Problem und erzeugt nur dann Schmerz, wenn die Reaktionen darauf unnatürlich sind. Eine unnatürliche Reaktion - besser gesagt, ein gelerntes Verhalten, das sich dem Leben widersetzt, anstatt es zu fördern - besteht aus einer Kombination von Angst, Wut und Zweifel. Je mehr Angst, Wut und Zweifel man auf den Lebensprozess überträgt, umso mehr physischen, emotionalen, mentalen oder spirituellen Schmerz erfährt man. Kurzum: Wenn Sie stärker am Lebensprozess teilnehmen, dann wird das Leben für Sie mehr Bedeutung erhalten, und je stärker Sie sich diesem Prozess widersetzten, desto bedeutungsloser scheint das Leben zu sein.

Die zweite Möglichkeit, wie man den Sinn des Lebens entdecken kann, verfolgt einen anderen Ansatz. In diesem Fall geht man davon aus, dass die Menschen eigentlich den Zweck des Lebens meinen, wenn sie vom, Sinn des Lebens" sprechen. Und hinter dieser Frage steht eigentlich: Wie kann ich meinem Leben mehr Bedeutung verleihen (d.h. wichtig, sinngebend oder wertvoll)?

Leider kann ich darauf nur antworten: Das geschieht dann, wenn Sie anfangen etwas zu tun, von dessen Wichtigkeit, Bedeutung und Wert Sie überzeugt sind. Sie brauchen dazu keine Erlaubnis von irgendjemandem, und Sie brauchen sich dabei auch nicht nach den Idealen eines anderen zu richten. Manchmal machen andere Menschen dennoch gute Vorschläge. Es wird sehr viel schwieriger sein, einfach etwas anzufangen, wenn folgendes vorliegt:

  1. Kein Lebensplan oder Prioritäten
  2. ein niederes Selbstwertgefühl
  3. Gefühl, keine Kontrolle zu haben
  4. Steckenbleiben in Reaktion statt aktiv zu werden

Andererseits wäre das ein guter Ausgangspunkt dafür, Ihrem Leben mehr Bedeutung zu geben, indem Sie diese Themen als erstes angehen.

Wenn Sie zu den wenigen Menschen gehören, die mit einem klaren Zweck geboren wurden, oder einer jener wenigen Menschen sind, denen Gott, Engel oder Geistwesen direkt mitgeteilt haben, was Sie tun sollen (und Sie die Botschaft geglaubt haben), herzlichen Glückwunsch! Dann lesen Sie diesen Artikel wahrscheinlich nur aus purem intellektuellen Interesse. Wenn Sie aber wie die meisten Menschen dieser Welt sind, dann lautet die schlechte Nachricht so: Es ist zwar nicht unmöglich, dass Ihnen eine externe Quelle eines Tages vielleicht einen sinnvollen Zweck mitteilt, den Sie akzeptabel finden, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dies nicht geschieht. Die gute Nachricht lautet, dass Sie nicht darauf warten müssen, bis sich externe Quellen entschieden haben. Sie können - wann immer Sie wollen - all Ihren Mut zusammennehmen, tief atmen, sich ein Herz fassen und Ihren eigenen Lebenssinn bestimmen.

(Serge Kahili King)