Sind wir Menschen?

Menschen

Eine interessante Frage, denke ich zumindest. Bei den meisten kann man die Frage natürlich bejahen, solange man sich auf den biologischen Ursprung bezieht,
bei einigen bin ich mir nicht ganz sicher.

Warum eigentlich eine auf den ersten Blick so dumme Frage? Habe ich in Biologie nicht aufgepasst? Oder geht es möglicherweise um etwas ganz anderes?

Natürlich geht es um etwas anderes, und das zeigt auch das gesamte Dilemma, in dem wir uns gerade befinden. Gleichzeitig aber auch den Weg zum Ziel, da wo wir hinwollen.

Einige haben sicher schon mitbekommen, dass ich recht viel über das „Deutsche Reich“ geschrieben hatte, und gemeint war damit bestimmt nicht das Dritte Reich des kleinen Österreichers. Sondern der „Ewige Bund Deutscher Länder“, allgemein bekannt als das Kaiserreich.

Und nein, es geht nicht darum, wieder einen Kaiser zu haben, und auch nicht, dass dort angeblich alles perfekt war.

Es geht einfach darum, dass dieses Kaiserreich auf dem Menschenrecht aufgebaut war, und die meisten der jetzigen Staaten (oder staatenähnliche Gebilde) auf dem Handelsrecht aufbauen.

Ist das nur Juristerei oder hat das einen anderen Hintergrund? Es hat einen anderen Hintergrund und den möchte ich in ganz einfacher Weise hier mal beleuchten.

Im Handelsrecht haben wir es mit Personen zu tun, und zwar mit natürlichen und juristischen Personen.

Eine juristische Person ist eine Firma, wie beispielsweise eine GmbH oder eine AG. Diese Firma entsteht mit ihrer Gründung und kann ab da am Handel teilnehmen.

Eine natürliche Person entsteht aus einem Menschen durch die zwangsweise Eintragung in das Geburtenregister und kann ab da unter bestimmten Regeln am Handel teilnehmen.
Ohne diesen Eintrag könnte sie es nicht.

Genau wie der Wert einer Firma daran gemessen wird, welchen Ertrag sie erwirtschaften kann, ist dies auch bei einer natürlichen Person der Fall. Einfach gesagt,
der Wert eines Menschen (der ja rechtlich gesehen keiner mehr ist) ergibt sich daraus, welchen Ertrag er im Laufe seines Lebens erwirtschaften kann.
Und damit steigt der Wert einer Firma Staat durch die Anzahl seiner möglichen Leistungserbringer. Alles klar?

Nun fallen einige dieser Leistungserbringer aus dem normalen Rahmen. Das sind Kinder, Kranke, Ältere und Arbeitslose, die nicht im normalen Arbeitsprozess stecken und
die weniger Erträge bringen. Es ist nicht so, dass sie keine Erträge bringen, schließlich konsumieren sie ja auch und zahlen damit auch Steuern. Nur eben weniger.

Auf Kinder kann man nicht verzichten, die sind nun mal Produktionsmittel in Vorbereitung. Denen muss man ja erst noch beibringen, als brave Bürger zu funktionieren.

Kranke sind da schon besser, neben ihrem Konsum verbessern und ermöglichen sie den Umsatz des Gesundheitsbetriebs und der Pharmaindustrie. Sie sind also ein gutes Mittel,
um die von den anderen Produktionsmitteln erwirtschafteten Erträge nach oben zu transferieren. Denn alle zahlen ja in die Krankenversicherung, und dann brauch man Wege,
um an dieses Geld zu kommen.

Arbeitslose konsumieren ja auch, aber sie haben noch einen weiteren wichtigen Nutzen. Da sie meist am unteren Ende des Gemeinschaftslebens ankommen, spätestens mit Hartz IV,
dienen sie als Druckmittel für die normal produzierenden Personen als Abschreckung. Denn wenn man weiß, wo man landet, wenn man arbeitslos wird,
wird man alles versuchen diesen Zustand zu vermeiden und ist damit gefügiger.

Ja, die Rentner, das ist ein weiteres Problem. Die konsumieren zwar auch, und wenn sie krank sind bringen sie auch noch Gewinn, aber lästig für so eine Volkswirtschaft ist das ja auch.
Nur kann man den Menschen ja nicht vermitteln, diese ganz abzuschaffen, also versucht man sie so lange wie möglich im normalen Produktionsprozess zu halten,
und wenn es trotz Rente knapp wird, könne sie ja was dazuverdienen.

Na, wie ist diese Betrachtung? Erschreckend? Blödsinn? Oder die Wahrheit?

Doch genauso ist derzeit die Welt aufgebaut, die Produktionsmittel „gehören“ immer weniger immer reicheren Inhabern, und auf den Zwischenstufen tummeln sich viele,
die auch was vom Kuchen abhaben möchten, bereit die Brotkrümel am Katzentisch der Superreichen und Mächtigen aufzusammeln.

Damit die natürlichen Produktionsmittel bestens funktionieren, hat man natürlich vorgesorgt und füttert das Denken der Produktionsmittel entsprechend mit Propaganda.

Das Maß aller Dinge ist immer das Wirtschaftswachstum.

Genial, oder?

Die Lösung ist ganz einfach:

Wie im Deutschen Reich sollte das Ziel die „Wohlfahrt des Volkes sein“, eine Regierung sollte die aus dem Volk bestimmte Vertretung des Volkes sein, Gesetze sollten einfach sein
und in Übereinstimmung mit dem Willen des Volkes getroffen werden. Politiker sollten diesen Gesetzen genauso wie das Volk unterworfen sein.
Dazu sind natürlich direkt gewählte Menschen nötig, die sich nicht hinter Parteien verstecken können und persönlich den Bürgern gegenüber haften.
Dass sich hier Nebentätigkeiten und Lobbyismus ausschließen, setze ich voraus.

Wichtige Bereiche wie Forschung und Lehre sollten unabhängig von Firmen sein, ebenso das Gesundheitswesen und Bereiche öffentlichen Interesses.

Und wenn die Ergebnisse der Produktionsprozesse bei den Leistungserbringern, sprich beim Volk bleiben, geht es allen besser.

Und weil Sicherheit nur dann dauerhaft existieren kann, wenn es dem Nachbarn auch gut geht, sollten alle bessergestellten den anderen helfen, auf ein gleiches Niveau zu kommen.
Das gilt innerhalb eines Volkes aus auch für die Verbindungen der Völker untereinander.

Ganz nebenbei könnte damit eine rosarote John-Lennon-Welt über kurz oder lang erreicht werden, und zwar dann, wenn es allen gleich gut geht.

Die derzeitigen Ansätze gehen dahin, dass es allen gleich schlecht unter der Knute weniger Eliten geht. Und das wollen wir nicht, kann weg.

Denkt mal drüber nach.