Stress, ein alltägliches Gesundheitsrisiko.

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Was macht ihn so schädlich und wie kann ich ihn vermeiden?

Fast jeder fühlt sich ab und zu mehr oder weniger gestresst, so dass es Sinn macht sich einmal zu fragen, was er denn eigentlich ist.

Eigentlich ist Stress eine ganz natürliche Abwehrreaktion unseres Körpers und für unser Überleben immer noch wichtig. Was passiert dabei?

Vor nicht langer Zeit ging einer unserer Vorfahren durch die Steppe oder den Wald und begegnete plötzlich einer Gefahr, zum Beispiel einem Säbelzahntiger. Sofort passierten im Körper wichtige Prozesse, um Höchstleistung abrufen zu können. Adrenalin wurde ausgestoßen, der Kreislauf lief auf Hochtouren, dafür wurden die Verdauung und auch das Immunsystem abgeschaltet. Die Atmung wurde angeregt und die Muskeln stellten sich darauf ein, mehr als üblich leisten zu können. Und was auch noch abgeschaltet wurde war der logisch denkende Verstand, denn dazu blieb keine Zeit, automatische Muster wurden abgerufen.

In diesem Fall des Säbelzahntigers gab es drei mögliche Verhaltensweisen, von denen hoffentlich eine erfolgreich war, damit unser Vorfahr nicht auf der Speisekarte des angegebenen Tigers gelandet ist. Die erste Möglichkeit war die Flucht, meistens die beste Idee. War diese nicht möglich, wurde die zweite Möglichkeit gewählt, das war der Angriff. War beides nicht möglich verfiel unser Vorfahr in eine Schockstarre und hoffte dadurch nicht entdeckt zu werden. Wichtig ist zu beachten, dass unser Vorfahr keine bewusste Entscheidung getroffen hat, er hat aus dem Unbewussten entschieden, zum Nachdenken blieb keine Zeit. Auf die Anspannung folgte die Aktion und wenn es erfolgreich war, konnte sich dieser Mensch erholen. Wenn nicht, hatte sich die Frage erledigt.

Und auch wenn wir heute kaum noch so akuten Bedrohungen ausgesetzt sind, sind die körperlichen Reaktionen gleichgeblieben. Und eine subjektive Bedrohung liegt auch dann vor, wenn unser Vorgesetzter uns tadelt und zur Arbeit antreibt. Nur dass hier keine sinnvolle Aktion mehr möglich ist. Weglaufen kommt nicht gut, den Chef angreifen noch viel weniger und selbst die Schockstarre führt relativ schnell zum Verlust des Arbeitsplatzes. Wir drehen also immer wieder den Motor im Standgas hoch, ohne die Leistung wirklich abrufen zu können. Die Folgen sind Bluthochdruck und ein angeschlagenes Immunsystem, eine versteckte Aggressivität und auch das vernünftige Denken leidet. Zudem bekommen oft auch andere die Energie zu spüren, die nichts mit dem Auslöser zu tun hatten und nur zum falschen Zeitpunkt einen „Knopf“ gedrückt haben.

Dies ist natürlich nicht so toll. Wenn es darum geht, Energien los zu werden, dann mache Sport, oder gehe in den Wald und schreie einen Baum an, die haben für so etwas Verständnis.

Wie kommt man aus diesem Teufelskreis heraus? Ein hervorragender Chef würde seine Mitarbeiter nicht durch Druck antreiben, sondern ihre Leistungen lobend anerkennen. Denn da es zu den Grundbedürfnissen eines jeden gehört, sich durch seine Tätigkeit einzubringen, würde derjenige sich selbst motivieren. Leider findet man solche Chefs viel zu wenig. Also muss man selber etwas tun.

Ein Grundgedanke könnte es nun sein, sich selbstständig zu machen, aber dies verlagert das Problem häufig nur darauf, dass es jetzt nicht mehr der Chef ist, der einen antreibt, sondern die Kunden.

Also bleibt nur übrig, dass sich ein jeder selbst motiviert.

Die erste Frage ist natürlich, ob man seine Arbeit gerne macht. Wenn dies nicht der Fall ist, dann wäre die Frage warum man sie überhaupt macht. Lautet die Antwort, dass man sie ja tun muss und dazu gezwungen wird, dann hängt man schon am Fliegenfänger. Dann sollte man sich fragen, was an der Arbeit gut ist. Wenn die Arbeit wenigstens gut bezahlt wird, kann man den Fokus darauflegen und damit an das, was man sich dank dieser Arbeit leisten kann.

Macht man die Arbeit ungern und fühlt sich auch unterbezahlt, dann hilft nur sich etwas anderes zu suchen.

Und was ist, wenn man die Arbeit macht, weil man sich sonst seinen Lebensstandard nicht leisten kann? Dann ändere Deinen Lebensstandard und arbeite etwas, was Dir Freude bereitet. Du meinst es geht nicht? Ich habe es vor fast zwanzig Jahren gemacht und einen sehr gut bezahlten Job als Betriebswirt aufgegeben, weil dies einfach nicht mehr meine Welt war. Und es hat sich gelohnt, ich bin zufrieden mit meinem Leben und dem was ich mache und war in den letzten zwanzig Jahren nur einmal ein paar Tage wegen einer dicken Erkältung krank.

Und dass man aus einer so entspannten Grundhaltung ganz andere Möglichkeiten hat, sein Leben zu gestalten, dürfte ja wohl leicht verständlich sein.

Da kann man ja mal drüber nachdenken.