Emotionen

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Wenn wir uns Gedanken über Emotionen machen wollen, dann sollten wir erst einmal die Frage stellen, was Emotionen denn eigentlich sind.
Emotionen sind kein Geisteszustand oder ein instinktives Gefühlt, wie man manchmal zu hören bekommt. Emotionen vom Wortstamm her aus dem Lateinischen bedeuten:
„Etwas in Bewegung“. Und das was da in Bewegung ist, ist schlicht und ergreifen Energie.

Emotionen sind also energetische Reaktionen auf bestimmte Umstände, diese können innerlich oder äußerlich sein. Diese Umstände können aus den Gedanken resultieren,
wie etwa ein Gedanke an einen möglichen Misserfolg, der eine entsprechende Angst hervorbringt. Die gleiche Emotion kann aber auch durch einen äußeren Umstand
hervorgerufen werden, wie der hungrige Bär, der uns im Wald begegnet. Ebenso könnten wir von einem plötzlichen Donner erschrecken.
Andere Emotionen können ausgelöst werden, wenn jemand unser Leben und seine Abläufe stört und wieder andere Emotionen können durch den Anblick von etwas
besonders Schönem ausgelöst werden.

Emotionen werden natürlich von der Person gespürt, die sie hat, aber auch andere Personen können die Emotionen beobachten oder auch sogar nach- oder mitempfinden.
Und während Gedanken Emotionen erzeugen können, können Emotionen auch Gedanken erzeugen, die die gefühlte Emotion verändern, verstärken, vermindern oder
gar ausschalten kann. Außerdem können Emotionen auch die Wahrnehmung des Beobachters beeinflussen.

Subjektiv kann sich eine Emotion entweder angenehm und gut oder unangenehm und schlecht anfühlen. Objektiv betrachtet kann der Mensch, der diese Emotion erlebt,
entweder glücklich oder nicht glücklich erscheinen. Noch genauer betrachtet kann der emotionale Mensch die Energie der Emotion nutzen, um auf eine bestimmte Art zu
handeln und er kann damit auch andere beeinflussen.

Welche Emotionen gibt es?

In den Gesprächen mit Gott von Neale Donald Walsh wird gesagt, es gäbe im Grunde genommen nur die beiden Emotionen Liebe und Angst.
Ich möchte dies hier um zwei weitere Emotionen erweitern, weil es für die praktische Betrachtung erhebliche Vorteile bringt. Zu Liebe und Angst nehme ich noch
die Wut und die Begeisterung hinzu. Denn man kann alles sehr gut einem dieser vier Emotionen zuordnen.

Wut

Wut ist der Versuch, sich einem Verhalten oder Ereignis zu widersetzen, welches aktuell sein kann, aber auch aus der Vergangenheit stammen kann, ebenso kann man in
Erwartung eines solchen Verhaltens oder Ereignisses sein. Die Ursache ist immer etwas, was die Art und Weise, wie der Betroffene die Welt erleben will oder
was seinen Lebensregeln entspricht, stört. Zur Wut gehört auch die Eifersucht, der Neid, die Depression, die Traurigkeit und auch die Trauer.

Die Eifersucht wird häufig mit der Liebe in Verbindung gebracht, doch genau damit hat sie nichts zu tun. Der Eifersüchtige will sich nicht um den anderen kümmern,
stattdessen fürchtet er den Verlust von Respekt und seinen Privilegien. Der Neid ist eine Form von Wut, weil derjenige wütend darüber ist, dass ein anderer hat, was er nicht hat.
Eine Depression ist immer eine Form der Wut, hier aber gepaart mit einem starken Bezug zur Hilflosigkeit. Die Traurigkeit ist eine milde Form, man ist etwas wütend,
weil etwas nicht mehr da ist, was vorher da war. Hinter der ausgedehnten Trauer verbirgt sich immer eine Wut, sei es, dass man wütend ist, weil man verlassen wurde oder
es lag an den Begleitumständen, auf die man wütend ist. Dieses Thema möchte ich in einem eigenen Text noch näher betrachten.

Angst

Angst ist der Versuch vor etwas zu fliehen, was als Gefahr für die eigene Gesundheit, das eigene Überleben, das Wohlbefinden, das Glück oder den Erfolg wahrgenommen wird.
Der Fluchtgedanke wird hier oft nicht bewusst erlebt, er ist aber trotzdem immer da. Mit der Angst verbundene Emotionen sind Sorgen, Verlegenheit, Terror und Panik.

Angst ist keine natürliche oder angeborene Emotion, Angst wird immer erlernt, auch wenn die Ursprungsereignisse oft nicht erinnert werden können.
Abgesehen von der Angst um die eigene körperliche Unversehrtheit können die Menschen auch Ängste vor Verlust, Ablehnung, Versagen und vielen anderen Dingen entwickeln.

Liebe

Die Liebe als Emotion ist das Bestreben, das Vergnügen zu steigern, indem man sich mit jemandem oder etwas verbindet und dieses Vergnügen kommt aus dem Ziel der
Selbstausbreitung. Die Emotion der Liebe umfasst natürlich sexuelle Liebe, aber auch Zuneigung, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und ähnliches.
Der Mensch kann nicht nur andere Menschen lieben, auch Tiere, Bäume, die Natur, Objekte, Gebäude, Spielen und alles, womit er sich verbinden kann.

Begeisterung oder Enthusiasmus

Beim Enthusiasmus handelt es sich um das Bestreben, die Freude weiter zu steigern, indem man sich über jemanden oder etwas erregt und sich mit ihm stellvertretend
oder persönlich verbindet. Verwandte Emotionen sind alle, die sich aus Leistung, Entdeckung oder Abenteuer ergeben.

Und wenn man diesen Gedanken kontinuierlich folgt, dann erkennt man zwangsläufig, dass es nicht viel bringt, Ereignisse aus der Vergangenheit, die einen energetischen
Abdruck hinterlassen haben, nur mit dem Verstand entkoppeln zu wollen. Weil immer die eingesperrten und nicht empfundenen Gefühle heraus wollen.

Da kann man ja mal drüber nachdenken.