Wie viele Steuern zahlen wir eigentlich?

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Wenn jemand spontan gefragt wird, wie viel er eigentlich an Steuern zahlt, dann blickt er meist auf seine Gehaltsabrechnung und antwortet mit der Summe, die da unter Lohnsteuer steht. Doch ist das alles?

Doch schauen wir uns das mal wirklich an, und man verzeihe mir, wenn ich da Schätzwerte nehme, es darf ja ein jeder mit seiner eigenen Abrechnung vergleichen. Und ich betrachte die Sozialabgaben auch gleich mit, die sind ja auch Zwangsabgaben.

Nehmen wir einmal exemplarisch jemanden, der 2.500,- Euro brutto bekommt.

Dann haben wir bei Steuerklasse ca. 335,- Euro an Lohnsteuer, Kirchensteuer und Solidaritätsbeitrag.

Die Rentenversicherung liegt dann bei ungefähr 230,- Euro, die Arbeitslosenversicherung ca. 40,- Euro, Krankenversicherung 210,- Euro und die Pflegeversicherung kommt noch mal mit knapp 40,- Euro dazu, macht ca. 520,- Euro an Sozialabgaben.

Doch halt, hier lauert schon die erste Falle. Die Sozialabgaben werden in fast gleicher Höhe ja auch noch mal vom Arbeitgeber gezahlt, dies bedeutet, der Arbeitgeber hat an Gehaltskosten nicht 2500,- Euro gezahlt, sondern 3040,- Euro. Warum macht man das so? Damit der Steuerzahlende eventuell nicht mitbekommt, was er da so alles bezahlt, denn dem Arbeitgeber kann es doch egal sein, wem er das Geld überweist. Den interessiert doch nur, was der Mitarbeiter an Lohnkosten insgesamt verursacht.

Unser Kandidat aus obiger Berechnung bekommt also etwas über 1.600 Euro ausbezahlt und freut sich nun seines Lebens (hoffentlich).

Nun zahlt er erst einmal seine Miete inklusive aller Nebenkosten, da ist dann eventuell die Hälfte schon mal weg. Und überall sind Steuern drauf, also da kassiert der Staat auch noch etwas mit. Ja, auch wenn der Vermieter aus der Vermietung einen Gewinn hat, muss er diesen noch mal versteuern.

Unser Kandidat wohnt natürlich nicht in der Firma, sondern fährt jeden Tag mit dem Auto zu Arbeit. Auch wenn er jetzt eine Kilometerpauschale beim Finanzamt geltend machen kann, so hat er doch alleine an Benzinkosten beispielsweise 150,- Euro im Monat. Darin enthalten sind so ca. 80,- Euro an Benzinsteuer.

Was mag unser Kandidat wohl ausgeben nur für Lebensmittel? Die Preise enthalten 7 % Mehrwertsteuer, alles andere was er kauft ist mit 19 % belegt, das entspricht fast einem Fünftel des Kaufpreises.

Kauft er sich noch ein paar Bierchen und ein paar Zigaretten, kommt noch etwas an Steuern dazu, ebenso, wenn er einen Hund hat. Und auch die Zwangsabgabe für die GEZ ist ja auch noch etwas, was die Kasse belastet und Richtung Staat fließt.

Man kann das gerne im Detail mal nachrechnen, dies kann jeder persönlich für sich machen. Die Frage ist also, wie viel von dem Geld, welches der Mensch durch seine Arbeit erwirtschaftet hat, steht ihm denn als echte Kaufkraft zur Verfügung? Alles in allem dürften die Abgaben so zwischen 70 und 80 % liegen, und demzufolge die echte Kaufkraft bei 20-30 %.

Da fragt man sich, für wen man eigentlich arbeitet und was noch interessanter ist, wofür unser Geld alles ausgegeben wird.

(aus dem Buch: "Es reicht - wir machen nicht mehr mit", Bernd Neuhaus)