Was sind denn eigentlich Gefühlstechniker?

Manipulation

Gefühlstechniker sind Personen, die zum Erreichen der gewollten Ziele Situationen so beschreiben, dass bei den Zielpersonen, die diese Informationen bekommen, so starke Emotionen ausgelöst werden, dass jede Nachfrage nach dem Informationsgehalt und der Wahrheit der Information im Keim erstickt wird und eine breite Masse das gewünschte Ziel mit aller Inbrunst verfolgt.

Laut der Aussage des ehemaligen Tagesschau-Redakteurs Volker Bräutigam beschäftigt alleine das Pentagon 29.000 Mitarbeiter, deren Aufgabe es ist, Geschichten zu kreieren, um die Menschen weltweit zu beeinflussen.

Ein Beispiel, welches hohe Wellen schlug, war das Bild eines ertrunkenen kleinen Jungen, der mit seinem Vater auf der Flucht nach Deutschland war. Und alle schrien auf, dass man den Flüchtlingen doch helfen müsse, damit so etwas nicht passiert. Im Interview, welches kurz danach auch im Netz kursierte, sagte der Vater des Jungen ganz offen, dass er nach Deutschland gewollt hatte, damit er da kostenlos neue Zähne gemacht bekommt. Und aus genau diesem Grund hat er das Leben seines Sohnes riskiert und verloren, wegen neuer Zähne.  Von sonstigen Fluchtgründen keine Spur.

Aber das Bild des ertrunkenen Kindes hat viele Menschen dazu gebracht, genauso zu reagieren, wie es gewollt ist.

Eine andere Geschichte fällt mir da gerade ein, sie betrifft Deutschlands am weitesten verbreitete Zeitung, die auf Nachfrage  kaum jemand liest, die Bild-Zeitung.

Da ist ein Bild gewesen, von einem brennenden Kampfflugzeug mit der Überschrift: „Putin greift die Türkei an“. Toll, das brennt sich sofort in die Gedanken der Menschen, der böse Putin mal wieder. 

Was war denn wirklich geschehen? Die Türkei hat ein russisches Flugzeug abgeschossen, welches Einsätze in Syrien flog. Im Übrigen in Übereinstimmung mit internationalem Völkerrecht, denn Syrien hat Russland um Hilfe gebeten. Alle anderen dort eingesetzten Kräfte, ob USA, England, Frankreich und auch Deutschland verstoßen gegen das Völkerrecht, aber das ist wieder ein anderes Thema.

Ja, das russische Flugzeug hat über einer Landzunge türkischen Luftraum verletzt, und es wurde nach türkischen Angaben mehrfach angefunkt, über mehre Minuten, und als der russische Pilot nicht reagiert hat, hat man ihn abgeschossen.

Nur wenn man das mal genau betrachtet, war die überflogene Strecke so kurz, dass der Aufenthalt des russischen Flugzeuges in türkischem Luftraum selbst bei minimaler Fluggeschwindigkeit maximal 7 Sekunden gedauert haben kann. Und solche Luftraumverletzungen kommen zwischen allen Ländern immer wieder vor, ohne dass etwas passiert.

Was könnte denn dann der Grund für den Abschuss gewesen sein? Da kann ich nur spekulieren. Der Schwiegersohn des türkischen Präsidenten Erdogan, ein Berat Albayrak, ist vermutlich in der Firma Powertrans in leitender Stellung gewesen. Diese Firma Powertrans ist per Gesetz die einzige Firma in der Türkei, die Öl importieren sowie exportieren darf. Und nachdem der IS einige Ölfelder unter seine Kontrolle gebracht hat, hat er auch Geschäfte mit der Türkei gemacht und Öl mit Lastwagenkonvois in die Türkei transportiert. Diese Transporte wurden von der russischen Luftwaffe natürlich angegriffen, denn Russland kämpfte ja gegen den IS. Und nun braucht man nur eins und eins zusammen zu zählen, und schon kennt man den Grund.

Und dass Putin die türkische Regierung daraufhin angeklagt hat, ist doch wohl verständlich oder?

Noch ein Beispiel gefällig?

Am 7. April 2018 wurde von der syrischen Luftwaffe ein Angriff auf die Rebellenhochburg Duma in Ost-Ghouta geflogen und Bilder im Netz zeigen Kinder, die angeblich unter den Folgen eines Giftgas-Angriffes zu leiden hatten. Als Folge dieses Giftgasangriffes haben die USA, Frankreich und England einen Raketenangriff gegen Syrien gestartet, als Vergeltung wegen der internationalen Ächtung von Chemiewaffen und um Chemiewaffenfabriken zu zerstören. Dies geschah, bevor wirkliche Beweise vorlagen, ob überhaupt Chemiewaffen eingesetzt wurden, was ja sowohl von Syrien als auch von Russland bestritten worden war.

Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass es vermutlich keinen Giftgasangriff gegeben hatte und die Bilder inszeniert waren.

Der Hintergrund dieser ganzen Aktionen besteht einfach darin, dass derjenige, der manipulieren will, am besten die Gefühle der Menschen anspricht. Und bei denen, die diese Methoden nicht erkennen, setzt sich dann die Kritikfähigkeit herab.

Zum Teil werden sogar große Werbeagenturen beauftragt, Kampagnen zu erzeugen, für alles, was dem System nutzt. Ob es nun unliebsame Politiker sind, wie dereinst Gaddafi oder aktuell Putin, oder Krankheiten wie Krebs und AIDS, wenn eine allgemein gültige Meinung bei den Bürgern herrschen soll, wird dann eben die Werbetrommel dafür gerührt.

Es ist nur meine Ansicht, ich könnte aber auch recht haben
(aus dem Buch: "Es reicht - wir machen nicht mehr mit", Bernd Neuhaus)