Was geschieht hier eigentlich mit unserem Geld?

Steuerausgabe

„Deutschland ist ein Problem, weil die Deutschen fleißiger, disziplinierter und begabter als der Rest Europas (und der Welt) sind. Das wird immer wieder zu ‘Ungleichgewichten’ führen. Dem kann aber gegengesteuert werden, indem so viel Geld wie nur möglich aus Deutschland herausgeleitet wird. Es ist vollkommen egal wofür, es kann auch radikal verschwendet werden – Hauptsache, die Deutschen haben es nicht. Schon ist die Welt gerettet.“

Joschka Fischer, Bündnis 90/Die Grünen.

Diese Aussage des Herrn Fischer ist natürlich sehr gegen Deutschland gerichtet, oder? Was steckt dahinter, warum sagt er so etwas?

Nun gibt es ja dieses Sprichwort: „Der Mensch arbeitet, um zu leben, nur der Deutsche lebt um zu arbeiten“. Irgendwie ist da ja schon etwas Wahres dran, auch wenn Generationen, die jetzt in das Arbeitsleben kommen, schon nicht mehr so denken. Und es geht ja auch nicht darum, dass die Deutschen begabter seien, aber Fleiß und Disziplin waren schon immer hoch angesehen und die Ausbildung in Deutschland galt überall auf der Welt als das Maß der Dinge.

Mittlerweile haben wir trotz Wirtschaftssteigerung eine zunehmend anwachsende Perspektivlosigkeit bei der jüngeren Generation, die nur noch selten eine Ausbildung in dem gewünschten Bereich findet, sondern oft etwas nehmen muss, was nicht unbedingt die erste Wahl ist. Und manche, besonders schulisch nicht ganz so leistungsfähige Jugendliche, bleiben ausbildungstechnisch auf der Strecke und können nur einen Hilfsarbeiterjob suchen. Warum ich dies erwähne, in einem Kapitel, welches sich damit beschäftigt, wo denn das Geld bleibt? Weil es immer mehr gering bezahlte Arbeit gibt, die qualifizierten Arbeiten werden weniger, dies ist ein Grund dafür, dass weniger Steuern eingenommen werden.

Ja, aber wir haben doch eine boomende Wirtschaft. Stimmt, aber die hohe Produktivität wird zunehmend durch Technik geleistet und damit Personalkosten eingespart. Zudem verlagern viele Firmen ihre Produktion in das Ausland, speziell in Osteuropa sind die Personalkosten und damit der Verdienst der Menschen viel geringer.

Dazu kommt, dass die Arbeitgeber zunehmend internationale Konzerne sind, die gerne mal die Steuerschlupflöcher nutzen und damit wird dann die gestiegene Produktivität nicht in Steuereinkommen für den Staat umgesetzt. 

Und neben vielen Dingen, bei denen Steuergelder unnütz verschwendet werden, kommen wir noch einem gravierenden „schwarzen Loch“ für Steuergeld auf die Spur.

Die Rede ist von dem Finanzmarkt, wo Investoren alleine durch die Zinserträge hohe Gewinne verzeichnen, die natürlich auch erwirtschaftet werden müssen.

Und um größere Finanzspielräume zu haben, geht man in der Politik dazu über, mehr und mehr ehemals staatliche Einrichtungen zu privatisieren. Teilweise handelt es sich dabei um echte Infrastruktur wie Schienennetze, die dann wieder zurück geleast werden. Für den Staat eine kurzfristige Einnahme, für die Investoren natürlich eine zusätzliche Gewinnmöglichkeit.

Und schon dreht sich die Spirale weiter in die Richtung von fleißig nach reich.

Es ist nur meine Ansicht, ich könnte aber auch recht haben
(aus dem Buch: "Es reicht - wir machen nicht mehr mit", Bernd Neuhaus)