Monopoly im großen Stil

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Kennst Du das Spiel Monopoly? Ich vermute einmal ja, aber ich kann ja mal kurz erläutern.

Es geht darum, auf einem Spielfeld möglichst große Gewinne zu erwirtschaften und wenn man es bis um Ende spielt, die anderen Spieler in die Pleite zu treiben. Hierzu bekommt jeder Spieler eine Spielfigur und eine gewisse Menge an Grundkapital.

Man würfelt und mit jeder Runde, die man geschafft hat, kommt etwas Kapital dazu, das Gehalt sozusagen. Kommt man auf eine Straße, so kann man diese kaufen und andere Mitspieler, die ab da auf die Straße kommen, müssen eine Miete zahlen. Hat man alle Straßen einer Farbe, dann kann man, genügend Kapital vorausgesetzt, dort Häuser bauen und später sogar Hotels, was dann die Miete in enorme Höhen schnellen lässt.

Betrachten wir die Welt nun mal wie ein riesiges Monopoly, denn das ist es, mit der Regel, dass man nicht einfach aussteigen kann aus diesem Spiel und es gelten dann zusätzlich noch ein paar Regeln, die über das Monopoly hinausreichen. 

Betrachten wir die Länder und ihre Regierungen einmal als Spieler, dann hat so gut wie jeder Spieler ein gewisses Grundkapital, was sich aufteilt in Rohstoffe und Arbeitskraft.

Manche Länder, wie beispielsweise Saudi-Arabien, sitzen auf sehr hochwertigen Rohstoffquellen, da benötigt man nicht unbedingt viele Arbeitskräfte, um diese zu vermarkten. Andere Länder, wie zum Beispiel Deutschland, mussten in Ermangelung von Rohstoffen wertvolle Arbeitskraft generieren. So bringt jeder mehr oder weniger Startkapital mit, was natürlich nicht auf einmal da ist, sondern mit der Zeit generiert wird.

Was macht denn jetzt ein Spieler, der gewinnen will? Er wird sich der Geldquellen der anderen Spieler bemächtigen, und das geht auf mehrere Wege.

Ein ganz einfacher Weg ist es, zuzusehen, dass der Spieler eines Landes möglichst korrupt ist und seinen eigenen Vorteil auf Kosten seines Landes ziehen will. Da gibt es genug Mittel und Wege. Hat man eine Regierung, die ihr Land nicht ausbeuten will und etwas für ihr Volk tut, dann verunglimpft man diese, führt einen Krieg oder sammelt ein paar korrupte Gestalten und fördert eine Revolution. Und schon hat man die richtigen Mitspieler, um reicher zu werden.

Oder man treibt einen Mitspieler in eine Schuldenfalle, indem man ihm großzügig, wie man so ist, Kredite gewährt, dann dessen Wirtschaft in eine Pleite stürzt und schon arbeitet der Mitspieler immer für einen mit. Gelobt sie das globale Zinssystem. Dies ist, als ob man beim Monopoly ein Hotel gebaut hätte.

Ja, aber um solche Spielchen machen zu können, müsste man ja schon einmal mehr Kapital haben, um es zielgerichtet einsetzen zu können. Also, ich als Oberspieler würde mir einen starken Wirt suchen und dort die Währung unter meine Kontrolle bringen. So dass sie überhaupt nicht mehr bei der Regierung, sprich dem Spieler, liegt, sondern bei mir. Fällt da jemandem etwa das Wort Zentralbanken ein? Das sind die Banken, welche die Währungen ausgeben, und die sind nun mal in privater Hand. Oder wusstest Du dies nicht? In einem späteren Kapitel komme ich noch einmal darauf zurück.

Und einen Aspekt hatte ich hier noch nicht betrachtet, der aber wesentlich sein kann, wenn man sich nicht genug darum kümmert. Das sind die „Untertanen“ der Spieler, ach, die nennen sie ja Volk, sorry, mein Fehler.

Wie sähe denn der ideale Untertan aus? Er sollte auf jeden Fall nicht zu viel nachdenken und verstehen, was da passiert, sonst könnte er auf die Idee kommen, selbst Spieler zu werden. Idealerweise ist der Untertan gerade mal so intelligent, dass er einfache Arbeiten selbstständig ausführen kann, aber nicht intelligent genug, um zu kapieren, was mit ihm passiert.

Ja, und weil sich Intelligenz nicht ganz ausrotten lässt, gebe man den Untertanen ein Weltbild, nach dem sie alles toll finden, was man so macht. Und wenn man es mal übertreibt und der Untertan beim besten Willen nicht mitmachen will, dann beschäftige ich ihn eben.

„panem et circensis“, lat., es bedeutet „Brot und Spiele“, das funktionierte schon bei den Römern sehr gut. Und im Zeichen von Multimedia gibt es genug, was man da machen kann. Superstar, Gewinnspiele, Familienserien aus sozialen Brennpunkten und und und.

Und für diejenigen, die das auch nicht ausreichend konsumieren, gibt es noch „divide et impere“, teile und herrsche. Dazu muss man nur zusehen, dass sich die Untertanen untereinander streiten, schon kann man regieren, wie man möchte. Ist doch genial, oder?

Ja, und allzu lästige Zeitgenossen, die immer noch auf die Wahrheit hinweisen, kann man ja verunglimpfen, so als Verschwörungstheoretiker, Aluhutträger, Nazi, Rassist und Reichsbürger.

Und wenn derjenige dann ein wenig zu berühmt ist, und viele ihm glauben würden, dann bewirft man ihn erst einmal mit Schmutz und wenn das nicht fruchtet, denn entsorgt man ihn eben.

Und Angst, Angst ist auch immer ein tolles Mittel. Mache den Untertranen Angst, auch das noch zu verlieren, was sie haben, das wirkt auch immer.

Und halte sie im Konsumrausch, das fördert die Wirtschaft und macht den Untertanen abhängig, speziell, wenn dieser auf Pump kauft, sprich Kredite aufnimmt.   

Und diejenigen, die das Spiel durchschauen, werden verunglimpft, bekämpft und wenn sie genug Einfluss haben, auch umgebracht.

Aber wenn wir alle diese Dinge durchschauen und nicht mehr mitmachen, ist das Spiel aus und für die Eliten verloren. Schau hin, es ist ein Prozess, der gerade voll im Gange ist.

Es ist nur meine Ansicht, ich könnte aber auch recht haben
(aus dem Buch: "Es reicht - wir machen nicht mehr mit", Bernd Neuhaus)