Der gekochte Frosch

frosch

Jean Claude Juncker, damals Premierminister von Luxemburg, jetzt Präsident der Europäischen Kommission, erklärte seinen EU-Kollegen die Demokratie so: „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“ Aus: Der Spiegel Nr.52/1999.

Natürlich ist die Geschichte vom gekochten Frosch nur eine Metapher, aber eine sehr treffende:

Setzt man einen Frosch in kochendes Wasser, wird dieser sofort rausspringen wollen. Setzt man allerdings den Frosch in kaltes Wasser und erhitzt dieses recht vorsichtig, bleibt der Frosch drin, bis er total gekocht ist.

Dieses Bild zeigt sehr deutlich auf, wie man mit den Menschen umgeht. Man erzeugt Gründe, um etwas zu beschließen, und sobald die Menschen es akzeptiert haben, initiiert man den nächsten Schritt. Wobei natürlich das Endziel immer beachtet wird.

Der besagte Jean Claude Juncker, der kürzlich beim Nato-Gipfel sehr aufgefallen war, weil er anscheinend total betrunken war, hat noch einige andere Zitate von sich gegeben, zum Beispiel: „Wenn es ernst wird, muss man lügen“.

Interessanterweise wird die offizielle Version, er habe Probleme mit dem Ischias, von allen Medien verbreitet. Und das obwohl jeder, der diese Übertragung gesehen hat, erkennen konnte, das er nicht gerade nach Schmerzen aussah und sehr freundlich zu den anderen Politikern war.

Der besagte Herr ist auch der Erfinder der Steuerregelung, wonach ein Unternehmen Gewinne aus Lizenzeinnahmen in Luxemburg nur mit 1 % versteuern muss. Diese Regelung erlaubt es nicht nur dem größten Online-Konzern der Welt seinen Hauptsitz für Europa in Luxemburg zu betreiben, wodurch alle anderen europäischen Niederlassungen als selbstständige Unternehmen laufen, diese führen horrende Lizenzgebühren dafür ab, dass sie den Namen tragen dürfen. Und damit machen diese eigenständigen Unternehmen so gut wie keine Gewinne in dem Land ihres Geschäftssitzes, und zahlen demnach auch so gut wie keine Steuern.

Es ist nur meine Ansicht, ich könnte aber auch recht haben
(aus dem Buch: "Es reicht - wir machen nicht mehr mit", Bernd Neuhaus)